… wenn doch nur die Erwachsenen nicht wären.

Lasse kommt zu mir ins Büro und setzt sich unaufgefordert auf einen der herumstehenden, bunt bemalten Kinderstühle. Erst sagt er nichts und guckt auf seine eigenen Schuhspitzen. Er macht sich lang und schnappt sich einen Kugelschreiber von meinem Schreibtisch. Während er den Stift schweigend in den Fingern hin und her dreht, beobachte ich ihn über den Rand meiner Brille und ziehe fragend die Augenbrauen hoch.  Lasse wirft den Stift zurück auf den Tisch, verschränkt die Arme und beginnt: „Herr Kaiser, ähm wissen sie“, (Pause) „die Kinder sind ja echt klasse und ich komme auch wirklich gern hierher…  aber die Erwachsenen sind echt doof.“

Lasse ist 35 und Mitarbeiter in einer Kita die ich als Berater betreue. Das was Lasse hier so alles von sich gibt, höre ich in letzter Zeit immer öfter.

Die Kunden oder Geschäftspartner sind wirklich klasse und das macht mir auch wirklich Spaß aber meine Kollegen… meine Vorgesetzten machen mir den Job zur Hölle… die Arbeit macht mir viel Freude aber ich könnten noch viel mehr schaffen wenn man mich mal lassen würde… so klingelt es oft in meinem Ohr. Wenn es so weit kommt, dass die Mitarbeiter nur noch kommen, weil die Kunden klasse sind, dass sonstige Umfeld aber nicht stimmt, dann ist eine Kündigung meist nicht weit. Dafür gibt es verschiede Ursachen. Eine die mir in diesem Zusammenhang allerdings immer wieder unterkommt, ist der richtige Umgang mit Kommunikation. Es ist sehr interessant, dass wir es schaffen besser mit unseren Kleinstern zu kommunizieren und sie zum Lachen zu bringen, als mit dem Kollegen oder der Kollegin Spaß bei der Arbeit zu haben. Die Einrichtung regelmäßiger Gespräche, um ein Verständnis für unterschiedliche Wahrnehmungen und Wirkungen, kann hier Abhilfe schaffen. Ein Vorteil für Führungskräfte und Angestellte ist es, wenn Sie hierzu auf einen externen Berater zurückgreifen. Psychologen oder Mediatoren sind eine ebenso gute Lösung wie gute Berater. Die Gespräche sollten konstruktiv geführt werden und ergebnisoffen sein. Die Gespräche sind ein zusätzlicher Kanal, der bei verhärteten Fronten genutzt werden kann. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass es darum geht, das Klima im Unternehmen wieder zu verbessern und Anregungen einzubringen, die Mitarbeiter und Unternehmen auf Kurs halten. Und dann sind die Erwachsenen vielleicht doch gar nicht mehr so doof.